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Innovation bei medizinischen Verpackungen – was steckt dahinter? Ein Gespräch mit der R&D-Leiterin von EK-Pack

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Von der Patientensicherheit bis hin zur Nachhaltigkeit, Charlotte Mavor im Gespräch mit Nicole Schehle, Head of R&D bei EK-Pack Folien, über zukünftige Herausforderungen von medizinischen Verpackungen.

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Hallo Nicole, willkommen bei PackTalk. Zu Beginn möchten wir etwas über Sie erfahren: Was hat Sie in die Forschung und Entwicklung von Verpackungen geführt?

Meine Karriere begann mit einer Ausbildung zur chemisch-technischen Assistentin. Nach kurzer Zeit in der Lebensmittelindustrie bin ich vor etwa 14 Jahren bei EK-Pack in die Kunststoffbranche eingestiegen und begann in der Qualitätskontrolle. Nach ein paar Jahren ergab sich die Gelegenheit, zu R&D zu wechseln, und ich habe sie genutzt. Parallel dazu habe ich einen Bachelor of Science in Plastics and Rubber Production and Management (CCI) erworben, um ein tieferes technische Verständnis für meine Arbeit in der Forschung und Entwicklung zu erhalten.
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Gab es einen entscheidenden Moment, in dem Sie erkannt haben, dass dies der richtige Weg für Sie ist?

Ja, das war 2018. In diesem Jahr haben wir eine neue Cast-Coextrusionsanlage installiert und in Betrieb genommen. Ich war von der ersten Entwicklungsphase bis zur Umsetzung daran beteiligt. Und auf dem Weg dorthin hat es bei mir „Klick“ gemacht. Ich habe erkannt, wie sehr mir die Vielseitigkeit in der Forschung und Entwicklung gefällt, und wie wichtig es ist, sich anzupassen, Probleme zu lösen und technisches Wissen in praktische Lösungen umzusetzen.
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Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie als R&D-Managerin aus?

Das gefällt mir besonders an meiner Arbeit – es gibt keinen typischen Arbeitstag. An einigen Tagen konzentriere ich mich auf die Kernarbeit im R&D, also Kundenanwendungen nachvollziehen, die richtigen Materialformeln entwickeln und das Verhalten verschiedener Polymere untereinander analysieren. Dazu gehört auch eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden.

An anderen Tagen bin ich häufiger bei der Produktionsanlage anzutreffen. Während der Versuche arbeite ich eng mit Bedienern zusammen, um nachzuvollziehen, wie sich Materialien unter realen Verarbeitungsbedingungen verhalten. Ich bin dafür zuständig, die Leistung zu optimieren und Ergebnisse zu bewerten, damit wir schnell fundierte Entscheidungen treffen können.

„R&D ist der Ausgangspunkt des gesamten Produktentwicklungsprozesses, sodass Entscheidungen, die zu diesem Zeitpunkt getroffen werden, sich direkt auf Sicherheit und Leistung auswirken.“

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Was sind gegenwärtig die größten Herausforderungen für Sie und Ihr Team?

Zwei Bereiche sind besonders markant. Der erste ist die Einhaltung der Vorschriften. Die Vorgaben für Verpackung entwickeln sich rasch, insbesondere die EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR). Sie verbietet bestimmte gefährliche Substanzen wie Schwermetalle und PFAS. Unsere Aufgabe ist es, die regulatorischen Entwicklungen zu überwachen und sicherzustellen, dass alle Materialien die Anforderungen erfüllen.

Der zweite Bereich betrifft die Recyclingfähigkeit, insbesondere bei Lebensmitteln und medizinischen Verpackungen. Wir arbeiten intensiv an Monomaterialstrukturen, die so konzipiert sind, dass sie leichter in bestehenden Abfallströmen gesammelt, sortiert und recycelt werden können. Das ist technisch anspruchsvoll, weil wir versuchen, die Leistung von mehrschichtigen Materialien mit einer einzelnen Polymerfamilie zu erreichen.

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Wie wirkt sich Ihre Arbeit in der Forschung und Entwicklung letztendlich auf die Kunden- und Patientensicherheit aus?

„R&D ist der Ausgangspunkt des gesamten Produktentwicklungsprozesses, sodass Entscheidungen, die zu diesem Zeitpunkt getroffen werden, sich direkt auf Sicherheit und Leistung und damit auch auf den Endverbraucher auswirken.“ Es ist wichtig, die Anwendung der Produkte vollständig zu verstehen und entsprechende Materialien zu entwerfen. Indem wir von Anfang an die ISO-Normen und Compliance-Anforderungen erfüllen, stellen wir sicher, dass die Patientensicherheit nicht erst im Nachhinein bedacht wird. Sie ist von Anfang an in den Prozess integriert.  
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Was begeistert Sie am meisten an der Zukunft von medizinischen Verpackungen?

Was mich am meisten begeistert, ist, in welcher Geschwindigkeit sich die Rolle der Verpackung verändert. Sie ist nicht länger nur eine Schutzschicht für ein Produkt, sondern wird ein wesentlich aktiverer Teil der gesamten Patientenerfahrung. Die Verpackung beeinflusst, wie Patienten ihre Medikamente verstehen, verwenden und mit ihnen interagieren, und sie hat das Potenzial, Ergebnisse wirklich zu verbessern.

Da das Gesundheitswesen sich weiterhin in Richtung häuslicher Pflege verlagert, muss auch die Verpackung intuitiver und benutzerfreundlicher werden. Wir müssen darüber nachdenken, dass jemand ein medizinisches Produkt zu Hause öffnet, der älter, ängstlich ist oder es zum ersten Mal benutzt. Dies stellt eine ganz andere Designherausforderung dar als traditionelle Krankenhausumgebungen, und ich glaube, dass es eine echte Chance ist, die Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Das Thema vernetzte Verpackung ist ein weiterer Bereich mit enormem Potenzial. Technologien wie QR-Codes, NFC und eingebettete Sensoren könnten dazu beitragen, die Adhärenz der Patienten zu verbessern, Echtzeitinformationen bereitzustellen und die Rückverfolgbarkeit in der gesamten Lieferkette zu verbessern, insbesondere für personalisierte Medizin und Biologika.

„Die Verpackung ist nicht länger nur eine Schutzschicht für ein Produkt, sondern Teil der Patientenerfahrung.“

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Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema in der gesamten Branche. Wie schwierig ist dies aus der R&D-Perspektive?

Nachhaltigkeit ist einer der größten Innovationstreiber und stellt uns vor erhebliche technische Herausforderungen. Die Branche steht unter zunehmendem Druck, die Umweltbelastung zu reduzieren, aber medizinische Verpackungen müssen immer noch sehr anspruchsvolle Leistungs- und regulatorische Anforderungen erfüllen. Es gibt keine einzige einfache Lösung.

Wir legen einen Schwerpunkt auf die Entwicklung besser recycelbarer oder Monomateriallösungen, die dennoch wie herkömmliche Mehrschichtlaminate funktionieren, die ursprünglich entwickelt wurden, um verschiedene Funktionalitäten in einer einzigen Struktur zu kombinieren. Gleichzeitig suchen wir nach Möglichkeiten, den gesamten Materialverbrauch zu reduzieren, die Verarbeitungseffizienz zu verbessern und untersuchen alternative oder recycelte Ausgangsmaterialien. Die Herausforderung besteht darin, die Nachhaltigkeitsziele mit den sehr hohen Leistungserwartungen in Einklang zu bringen, die medizinische Verpackungen erfüllen müssen.

Es ist für mich wirklich spannend, Teil der Lösung zu sein und mitzuhelfen, die nächsten Entwicklungen in der Branche mitzugestalten.

*EK-Pack Folien GmbH ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Oliver Healthcare Packaging

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