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Nicht alle biobasierten Kunststoffe werden gleich hergestellt: Was Sie über erneuerbare Harze wissen sollten

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Mit dem zunehmenden Streben nach Netto-Null und Zirkularität in der Verpackungsindustrie gewinnen Begriffe wie „biobasiert“ und „erneuerbarer Ausgangsstoff“ an Bedeutung. Aber was bedeuten diese Begriffe? Sind alle biobasierten Kunststoffe gleichermaßen nachhaltig? Lassen Sie uns das genauer untersuchen.  

Was ist ein Ausgangsstoff?

Wenn wir über biobasierte Kunststoffe sprechen, ist es wichtig zu wissen, dass jeder Kunststoff einen „Ausgangsstoff“ besitzt. Dieses Basismaterial ist die Grundlage für die Produktion von Harz, das wiederum die Grundlage für die Herstellung von Kunststoffprodukten ist.

Üblicherweise bestehen die Ausgangsstoffe aus fossilen Quellen und fossilen Brennstoffen wie Rohöl. Dies sind nicht nur begrenzte Ressourcen, ihre Förderung und Verarbeitung führt auch dazu, dass Treibhausgase wie CO2 freigesetzt werden, die zum Klimawandel beitragen.

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Es gibt aber auch erneuerbare Ausgangsstoffe aus nachwachsenden Quellen, wie Pflanzen oder organische Abfälle. Wenn sie verantwortungsbewusst eingesetzt werden, können sie eine nachhaltige Lösung bieten und fossile Brennstoffe ersetzen.

Wenn wir über „biobasierte“ Kunststoffe sprechen, beziehen wir uns darauf, dass der Ausgangsstoff für das Harz von knappen Erdölquellen auf erneuerbare Quellen wie Pflanzen, Biomasse oder sogar nicht mehr verwendete Speiseöle umgestellt wird. Nicht alle biobasierten Materialien sind jedoch identisch. Aktuell existieren zwei primäre Klassifizierungen von erneuerbaren Ausgangsstoffen, nämlich die erste und die zweite Generation, und die Umweltauswirkungen variieren stark, abhängig davon, welche davon genutzt werden.

Ausgangsstoffe der ersten Generation sind pflanzenbasiert

Die Ausgangsstoffe der ersten Generation stammen aus Kulturpflanzen wie Mais und Zuckerrohr, die gezielt für die Nahrungsmittelproduktion angebaut werden. Diese Methode ermöglicht die Herstellung von Kunststoffen aus biologischen Quellen, jedoch wirft sie auch Fragen zur Nutzung von Land, landwirtschaftlichen Ressourcen und zur Konkurrenz mit der Nahrungsmittelversorgung auf.

Vorteile

Nachteile

  • Erneuerbare Quelle  
  • Konkurrenz zu Nahrungsmittelversorgung und Agrarraum 
  • Reduziert den Verbrauch fossiler Brennstoffe und die Abhängigkeit von Öl 
  • Pflanzenwachstum erfordert Wasser, Düngemittel und Land 
  • Nutzung als Ersatzressource erleichtert die Einführung 
  • CO2-Fußabdruck variiert je nach landwirtschaftlichen Methoden und Entfernungen bei globalem Transport 

 

Ausgansstoffe der zweiten Generation sind abfallbasiert

Die Ausgangsstoffe der zweiten Generation stammen aus aktuellen Abfallströmen wie beispielsweise gebrauchtem Speiseöl, landwirtschaftlichen Reststoffen, tierischen Fetten und forstwirtschaftlichen Nebenprodukten, die andernfalls entsorgt worden wären. Dadurch erhält Abfall eine neue Verwendung und reduziert den Konkurrenzkampf mit der Nahrungsmittelproduktion, was diese Alternative mit geringerer Auswirkung zunehmend attraktiver macht.

Mithilfe moderner Verfahren werden diese Ausgangsstoffe in Harze umgewandelt, die in ihrer chemischen Zusammensetzung den Harzen aus fossilen Quellen entsprechen, ohne dass sich die Leistung verändert.

Vorteile

Nachteile

  • Keine Konkurrenz um Land oder Lebensmittel 
  • Erfordert Rückverfolgbarkeit und Zertifizierung, um die Herkunft der Rohstoffe durch Massenbilanz zu verifizieren 
  • Kleinerer ökologischer Fußabdruck, vermeidet intensive Landwirtschaft 
  • Begrenzte Versorgung, da Abfallströme eingeschränkt sein können 
  • Führt Abfall einer neuen Verwendung zu und erhöht die Zirkularität 
  • Gelegentlich falsch interpretiert und mit Material aus Pflanzen verwechselt. 
  • Nutzung als Ersatzressource erleichtert die Einführung 
  • Benötigt fortschrittliche Technologie zur Verarbeitung verschiedener Abfallströme 

 

Biobasiert ist nicht immer besser

Es ist verlockend den Begriff „biobasiert“ mit „nachhaltig“ gleichzusetzen, doch die Realität sieht anders aus. Es ist möglich, dass Kunststoffe der ersten Generation (pflanzenbasiert) die Umwelt mehr belasten als fossile Brennstoffe. Das gilt umso mehr, wenn wir die Nutzung von Wasser und Land, Entwaldung, den Einsatz von Düngemitteln, Bodenerosion und den Rückgang der Artenvielfalt in die Kalkulation mit einbeziehen. Deshalb entscheiden sich immer mehr Anbieter dafür, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern, indem sie Ausgangsstoffe der zweiten Generation oder Abfälle verwenden, die nicht mit Nahrungsmitteln um Land konkurrieren.

Bevor Sie biobasierte Ausgangsstoffe in Ihre Lieferkette einbinden möchten, sollten Sie einige nützliche Fragen in Betracht ziehen:

  • Aus welcher Quelle kommt der biobasierte Stoff? Nahrungspflanzenkulturen oder Abfall? 
  • Ist er zertifiziert? Achten Sie auf zuverlässige Zertifizierungen wie ISCC+   
  • Wie fällt die Umweltbilanz insgesamt aus? Behalten Sie nicht nur den Kohlenstoffausstoß im Blick. 

 

Biobasiert bedeutet nicht Emissionsgutschriften

Ein häufiger Fehler besteht darin zu glauben, dass biobasierte Kunststoffe und die ISCC+-Zertifizierung lediglich dazu dienen, Emissionsgutschriften zu erhalten. Dabei ist es hier besonders wichtig, zu differenzieren.

Emissionsgutschriften werden generiert, wenn Emissionen an anderer Stelle kompensiert werden können. Eine Möglichkeit, wie Fluggesellschaften die Umweltbelastung durch Flugreisen ausgleichen können, besteht darin, die Aufforstung zu unterstützen, um das bei Ihrer Reise entstandene CO₂ zu absorbieren. Dennoch fand der Flug statt und verursachte weiterhin Emissionen.

Im Gegensatz dazu verringern biobasierte Kunststoffe die Emissionen von Anfang an, indem sie einen alternativen, erneuerbaren Rohstoff verwenden.

Der eine kompensiert, während der andere verhindert.

 

Fazit

Es ist wichtig und dringend erforderlich, sich von fossilen Brennstoffen abzuwenden, und die Verwendung von biobasierten Kunststoffen, die aus erneuerbaren Ressourcen stammen, ist ein Schritt hin zu einer nachhaltigeren Zukunft. Bedenken Sie jedoch dabei – nicht alle Lösungen sind gleich gut.

Durch das Verständnis der Unterschiede zwischen den Ausgangsstoffen können klügere Entscheidungen für Ihr Unternehmen und die Umwelt getroffen werden. Was reingeht, ist genauso wichtig wie das, was herauskommt.

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