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Was ist Massenbilanz?

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Haben Sie schon einmal den Begriff „Massenbilanz“ gehört und sich gefragt: Was bedeutet das eigentlich?

Damit sind Sie nicht allein. Dieser Begriff wird oft im Zusammenhang mit nachhaltigeren Verpackungen verwendet, aber selten einfach erklärt. Und selbst wenn, herrscht immer noch große Verwirrung über seinen Wert. Versuchen wir also, ihn aufzuschlüsseln.

Stellen Sie sich vor, Sie machen einen Smoothie. Für das Rezept benötigen Sie:

  • 1 Banane
  • 1 Tasse Erdbeeren
  • 1 Tasse Milch

Nach dem Mixen kann man nicht mehr auf einen einzelnen Teil zeigen und sagen: „Das ist der Erdbeeranteil.“ Man kann jedoch sagen, dass dieser Smoothie aus 33 % Banane, 33 % Erdbeere und 33 % Milch besteht. Auch wenn Sie nicht alle Zutaten wieder einzeln trennen können, wissen Sie, wie viel davon verwendet wurde.

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Das ist das Grundprinzip der Massenbilanz.

Wie lässt sich das nun auf Verpackungen übertragen?

Stellen Sie sich eine Fabrik vor, die Kunststoffharz herstellt. Traditionell werden 100 % fossiler Brennstoff verwendet, wie zum Beispiel Rohöl. Nun möchte man die Umweltbelastung reduzieren und beginnt daher, erneuerbare Rohstoffe wie Altspeiseöl oder Bioabfälle zu verwenden.

Die Herausforderung besteht jedoch darin, das gesamte System nicht über Nacht umzustellen. Man kann nicht für jeden Rohstoff komplett separate Systeme bauen, und die Menge an erneuerbaren Materialien ist immer noch begrenzt und kann den Gesamtbedarf nicht decken.

Stattdessen werden die beiden Rohstoffe – teils fossil, teils recycelt oder erneuerbar – in einem System gemischt.

Nach der Verarbeitung sind die produzierten Harze chemisch identisch, unabhängig von ihrer Herkunft. Wie in unserem Smoothie-Beispiel lässt sich an einem fertigen Harzgranulat nicht erkennen, welcher Anteil aus Rohöl oder welcher aus Altöl stammt.

Durch sorgfältige Nachverfolgung der Inhaltsstoffe lässt sich jedoch feststellen, dass diese Produktionscharge zu 30 % aus erneuerbaren Materialien hergestellt wurde.

Das ist Massenbilanz in Aktion: Die Menge der eingesetzten Materialien wird erfasst und der Menge der resultierenden Materialien zugeordnet.

 

Warum ist das wichtig?

Die Massenbilanz bietet der Industrie eine praktische Möglichkeit:

  • die Umweltbelastung zu reduzieren, ohne ganze Produktionslinien umbauen zu müssen
  • eine Neuqualifizierung von Materialien zu vermeiden, da die Leistung gleich bleibt
  • nach der Zertifizierung verifizierte Nachhaltigkeitsaussagen zu machen
  • den Fortschritt bei der Erreichung der Treibhausgas-Reduktionsziele zu verfolgen

Sie ist ein skalierbarer Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft in Branchen wie dem Gesundheitswesen, wo jede Änderung der Verpackungsmaterialien strenge Tests und Genehmigungen erfordert.

Aber ist das Greenwashing?

Manche sind immer noch skeptisch und befürchten, dass Massenbilanz Betrug ist. Das ist verständlich. Schließlich enthält das Endprodukt möglicherweise physisch keinen Recyclinganteil, selbst wenn Zahlen und Unterlagen dies belegen.

Deshalb ist Transparenz entscheidend.

Mit einer zertifizierten Nachverfolgungskette wie ISSC+ wird jeder Schritt der Lieferkette geprüft. Diese Zertifizierungen liefern datengestützte Nachweise dafür, dass erneuerbare oder recycelte Rohstoffe tatsächlich und in den angegebenen Mengen verwendet wurden. Das System stellt sicher, dass die Industrie nicht mehr erneuerbaren Anteil angeben kann, als sie tatsächlich verwendet. Das schafft Vertrauen durch Verifizierung und nicht nur durch Marketing.

Fazit

Ist die Massenbilanz perfekt? Vielleicht nicht. Im Moment ist sie jedoch eine praktikable Möglichkeit, den Übergang von alten zu neuen Systemen zu überbrücken. Sie ermöglicht sinnvolle Veränderungen mit minimalen Unterbrechungen.

Stellen Sie es sich so vor, als würden Sie Ihr Smoothie-Rezept Stück für Stück anpassen, bis es eines Tages komplett aus besseren Zutaten besteht.

Es geht nicht um Perfektion. Es geht um Fortschritt.

 

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