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So umgehen Sie Risiken: Vermeiden Sie Einstiche in Verpackungen


Veröffentlicht am 18. Oktober 2019

Verpackungsingenieure sind mit diesem häufigen Verpackungsfehler vertraut: dem gefürchteten Einstich. Dank meiner Erfahrung als Ingenieur für die Verpackung von Medizinprodukten sowie als Technischer Direktor bei Oliver Healthcare Packaging, der Kunden bei der Gestaltung und Analyse ihrer Verpackungen geholfen hat, konnte ich lernen, wie Punkturen generell zu vermeiden sind. Wenn Verpackungsfehler bei einem Produktlaunch kurz vor zwölf festgestellt werden, kann sich dies maßgeblich auf die Gesamtkosten und die Schnelligkeit des Projekts auswirken.


Wenn ich mit Kunden zusammenarbeite, ist es wichtig, jedes Problem genau so streng zu untersuchen, wie ein Detektiv einen Kriminalfall, da die Dinge nicht immer so sind, wie sie scheinen. Bei einem Verbrechen können DNA-Tests einen Verdächtigen überführen oder entlasten. In der Verpackungsbranche können eine mikroskopische Untersuchung und entsprechende Tests den gleichen Effekt haben.

Es gibt drei Hauptgründe für Punkturen: Biegerisse, Abrieb und glatte Einstiche. Alle Schäden werden durch eine bestimmte Art der Beanspruchung hervorgerufen. Wenn Sie die verschiedenen Arten der Beschädigung verstehen, können Sie diese bei Ihrer nächsten Verpackungsentwicklung vermeiden.

BIEGERISSE 


Biegerisse führen durch kontinuierliche Bewegung der Verpackung beim Transport zu Punkturen. Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen, sind die Wahl des Verpackungmaterials, der Kopfraum in der primären Verpackung bzw. im Karton und die Produkteigenschaften (Gewicht, Größe). Knicke und Mehrfachfalten im Sterilbarrieresystem können ebenfalls das Risiko von Biegerissen erhöhen.

Die Beachtung, die diesen Faktoren geschenkt wird, kann das Risiko von Biegerissen deutlich beeinflussen.

 

 

 

 

Die mikroskopische Vergrößerung zeigt ernsthafte Biegerisse und die daraus resultierenden Punkturen, wodurch bestätigt wird, dass dieser Fehler durch Biegerisse verursacht wurde. 

ABRIEB

Beschädigung durch Abrieb kann sich zunächst auch durch eine Punktur bemerkbar machen. Mithilfe unseres Tatort-Ansatzes kann durch die mikroskopische Analyse der Punktur und des umliegenden Bereiches bestimmt werden, ob Abrieb die Hauptursache hierfür ist.

Durch Abrieb verursachte Mängel können innerhalb der Verpackung (z. B. durch das Medizinprodukt) oder außerhalb der Verpackung (z. B. die Seitenwand des Kartons) entstehen und sind in der Regel auf wiederholten und gezielten Kontakt bzw. Bewegung während des Transports zurückzuführen.

Selbst ein harmloses Element eines Medizinprodukts (z. B. stumpfe harte Kanten oder eine abgerundete Spitze) können zu Abriebspuren führen.

Diese mikroskopische Vergrößerung zeigt eindeutige Verschleißspuren. Die Stelle und Ausrichtung der Punkturen an der Innenseite des Beutels sind Beweis für eine „Austrittswunde“.

Abriebspuren sehen unter dem Mikroskop deutlich anders aus als Biegerisse. Sie können als „Kratzer“ oder „Schrammer“ in linearer Ausrichtung auftreten.

Verpackungen zu knicken, damit sie in einen zu kleinen Karton passen, birgt ebenfalls Risiken. In diesem Szenario kann die durch den Knick entstandene „Spitze“ gegen die Seitenwand des Kartons reiben, bis ein Riss entsteht.

Auch wenn es kostenmäßig günstiger scheint, kleinere Versandboxen zu wählen, müssen diese Einsparungen gegenüber dem damit verbundenen höheren Risiko abgewägt werden.

GLATTE EINSTICHE

Unter dem Mikroskop weist ein glatter Einstich womöglich nur wenig oder keine Spuren von Abrieb oder Biegerissen auf. Dieses „eigenständige“ Auftreten von Punkturen weist darauf hin, dass es sich ganz einfach um einen glatten Einstich handelt.

Die mikroskopische Vergrößerung eines glatten Einstichs zeigt die Punktur(en) deutlich. Es gibt keine Spuren von Abrieb oder Biegerissen. Die vergrößerte Ansicht lässt darauf schließen, dass der Einstich von innen nach außen erfolgte.

Durch mikroskopische Vergrößerung kann festgestellt werden, dass der Einstich einer klassischen „Austrittswunde“ entspricht, die auf der Innenseite der Verpackung hervorgerufen wurde. Es kann auch eine Punktur geben, die an der Außenseite der Verpackung verursacht wurde, jedoch ist das meiner Erfahrung nach eher selten der Fall.

Ein glatter Einstich wirft drei Fragen auf:
1. Kann die Punktur mit einem scharfen Bestandteil des Produkts in Verbindung gebracht werden, und wenn ja, kann dieser abgestumpft werden?
2. Ist der Kopfraum im Karton zu groß und bietet zu viel Bewegungsfreiraum?
3. Wurde für das Produkt geeignetes Verpackungsmaterial verwendet (z. B. mit angemessener Durchstoßfestigkeit)?

Im Gegensatz zu Schäden, die durch wiederholte lange Vibration oder Bewegung verursacht werden, wird eine Punktur durch gezielte Krafteinwirkung hervorgerufen, wodurch der Riss im Film entsteht. Diese Beschädigung wird eher mit „einem Schlag“ verursacht als durch eine schwere Beschädigungsgefahr.

Punkturfehler können manchmal an stets der gleichen Stelle in der Verpackung auftreten. Das kann helfen, die Ursache zu bestimmen.

Bei der Beschädigungsanalyse spielen viele Details eine Rolle. Verpackungen, die von Fachleuten entwickelt und frühzeitig getestet werden, können mit einem reduzierten Risiko einhergehen, einen Transittest zu einem späteren Zeitpunkt nicht zu bestehen. Die kompetente Materialauswahl ist ebenfalls entscheidend für den Erfolg. Wenn Zweifel bestehen, beraten Sie sich mit jemandem. Sprechen Sie mit erfahrenen, branchenkundigen Fachleuten, sei es mit dem technischen Support-Team Ihres Lieferanten, den Testlaboren oder beiden.

 

Kevin Zacharias
Technical Director | Oliver Healthcare Packaging

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